Dramatische Erfahrungen in Dortelweil

Satire „Huschemool und das Goldmännchen“Saenger1

„Nachdem das Huschemool für das Erste sein Werk vollendet hatte, rief es nach den anderen Wörtern, die ebenfalls versteckt in alten Schornsteinen, Brettstapeln oder aufgelassenen Brunnen, unter schiefen Dachziegeln und Heuschobern die sprachlose Zeit überdauert hatten.“ Der Bad Vilbeler Journalist und Heimatdichter Kurt Werner Sänger hat eine märchenhafte Satire über die Sprachlosigkeit in Dortelweil geschrieben. Sie ist hier erhältlich.

Dramatische Erfahrungen in Dortelweil

Es sind keine guten Erfahrungen, die Sänger verarbeitet, und die Geschichte endet auch nicht gut. Es gebe in Dortelweil eine negative Grundstimmung gegen „Eingeplackte“, meint der 64-Jährige. 1991 ist er in die Wetterau gekommen. Die Familie hatte sich in Dortelweil ein Haus gekauft. Für seinen Sohn baute er im Garten eine Lehmann-Eisenbahn auf. Die war eine Attraktion. Nach der Schule kamen Freund mit seinem Sohn, um mit der Bahn zu spielen. Außerdem holzte Sänger Tannen auf dem Grundstück ab. „Koniferen oder Salat“, sagt er. Alles das gefiel einem Nachbarn nicht. Der sei sogar mit einem Besenstiel auf seine Hof gekommen „und wollte mir eins überziehen“, sagt Sänger. Irgendwann habe dann der kurze Brief in seinem Briefkasten gesteckt, den er seiner „Satire über das Verschwinden der Wörter“ vorangestellt hat.

Eine ähnliche Stimmung habe er im Dortelweiler Ortsbeirat vorgefunden, in den er bei

der Kommunalwahl 2011 für die Grünen gewählt worden war. Streitpunkte seien die Verteilung des Waldgeldes und ein Denkmal für Sudentendeutsche gewesen. „Da kommt man aus Frankfurt und will etwas machen ….“, sagt Sänger und vollendet den Satz nicht. Aus der Arbeit der Öko-Partei hat er sich inzwischen zurückgezogen, auf sein Nachrückermandat ins Stadtparlament hat er verzichtet. Die Spaltung der Grünen im Kreis sei auch nach Bad Vilbel geschwappt, erklärt er.

Kurt Werner Sänger stammt selbst vom Dorf, glaubt eigentlich, die dörflichen Strukturen

Kurt Werner Sänger (Foto: Axel Gesinn)

Kurt Werner Sänger (Foto: Axel Gesinn)

zu kennen. Geboren und Aufgewachsen ist er in Angelburg, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Marburg Biedenkopf. Dort wird der Dialekt gesprochen, dem das titelgebende „Huschemool“ entstammt. Dieser Dialekt wurde zu seiner „ersten erworbenen Sprache und zum literarischen Grenzgang einer

Heimatdichtung zwischen Alptraum und Sehnsucht“, erklärt er. Er versteht sich als „Autor der modernen Regionalliteratur und Heimatdichtung wider die Butzenscheiben“. Als Butzenscheibenlyrik oder Butzenscheibenromatik waren Ende des 19. Jahrhunderts altertümelnde Verserzählungen bezeichnet worden.

Sänger ist ausgebildeter Postschaffner, hat Sozialarbeit in Fulda und Frankfurt studiert, war Eisenbahnpacker und Flughafenarbeiter, war auch Sozial- und Personalverwalter in einem internationalen Verband der freien Wohlfahrtspflege in Frankfurt. Er hat in Anthologien sowie auf Schallplatten und anderen Tonträgern veröffentlicht sowie Filme und Hörfunkbeiträge zum Thema Mundarten und Regionalkultur in Mittelhessen. Seit 1995 ist er freiberuflicher Journalist und arbeitet für Wetterauer Zeitungen. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

Die Satire über das Verschwinden der Wörter „Huschemool und das Goldmännchen“ von Kurt Werner Sänger kann hier für 2,20 Euro als PDF-Datei heruntergeladen werden. Dazu bitte auf die Überschrift des Artikels und dann auf den grünen Bezahl-Button rechts oben klicken. Die Satire erscheint danach als PDF-Datei am Ende des Artikels und kann heruntergeladen werden.

huschemool

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2 Gedanken zu „Dramatische Erfahrungen in Dortelweil

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