Historisches

Die Jagd nach Dr. Tod

Aribert Heim war Arzt am Bürgerhospital in Friedberg, beim VfL Bad Nauheim spielte er  Eishockey. Und er war einer der meist gesuchten Kriegsverbrecher.  Er wurde „der Schlächter von Mauthausen“ und „Dr. Tod“ genannt. Mehr als 300 Menschen soll er im Konzentrationslager Mauthausen getötet haben.  Im September vergangenen Jahres ist Heim  vom Landgericht Baden Baden für tot erklärt worden.

 Neue Hinweise auf KZ-Arzt Heim in Südamerika Aribert Heim, der Schlächter von Mauthausen

Nur wenige Wochen im Jahr 1941 war der damals 27-Jährige Arzt im KZ Mauthausen gewesen. Diese kurze Zeit brachte ihm den Ruf ein, ein sadistischer Mörder zu sein.  „Er war von allen Lagerärzten in Mauthausen der schrecklichste“, berichtete ein überlebender politischer Gefangener 1949. Hundertfach hat er Juden mit Spitzen getötet. Zu einem Jungen hat er vor der Ermordung gesagt: „Schau dir deine Nase an, so was kann der Führer nicht brauchen“, berichtet Ernst Klee in seinem „Personenlexikon zum Dritten Reich“. Heim injizierte seinen Opfern Giftspritzen direkt ins Herz. Er operierte Häftlinge ohne Betäubung und entnahm ihnen aus reinem Sadismus Organe. Zuvor hatte Heim in den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen gearbeitet.

aa Aribert_Ferdinand_HeimHeim in SS-Uniform

Im März 1945 war Heim vom US-Militär festgenommen worden. Er kam wieder frei und arbeitete 1947 am Bürgerhospital in Friedberg als Assistenzarzt. In der Saison 1947/48 spielte er beim VfL Bad Nauheim  Eishockey.  1949 ließ er sich als Arzt in Mannheim nieder, ab 1954 praktizierte er als Gynäkologe in Baden-Baden.

Kurz bevor ein 1961 in Wien ausgestellter Haftbefehl vollstreckt werden konnte, tauchte Heim 1962 unter. Während international nach ihm gefahndet wurde – eine Belohnung von 260.000 Mark war für seine Ergreifung ausgesetzt –, lebte Heim von den Einnahmen eines Mietshauses in Berlin, das ihm Monat für Monat rund 7000 Mark bescherte. 1979 wurde das Haus zwangsversteigert. Im März 1997 gab es einen anonymen Hinweis, Heim lebe in Weilrod im Taunus. Fahnder suchten dort vergeblich.

Im Februar 2009 war berichtet worden, Heim  sei bereits 1992 in Kairo an Darmkrebs gestorben. Die Berichte stützten sich auf Aussagen seines Sohnes. Die Baden-Badener Schwurgerichtskammer kam im September 2012 nach langwierigen Untersuchungen zum Schluss, dass das stimmt. Sie erklärte den Schlächter für tot und stellte das Verfahren gegen ihn ein.

Heim sei nach seiner Flucht in Ägypten untergetaucht und 1980 zum islamischen Glauben konvertiert und habe seither den Namen Tarek Hussein Farid getragen. Im Alter von 78 Jahren sei er am 10. August 1992 in Kairo gestorben.

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