FAZ spart hart

Verlag will 20 Millionen jährlich einsparenfaz

Von Anton J. Seib

Jetzt erwischt es auch die Zeitung, hinter der angeblich immer ein kluger Kopf steckt. Wegen Millionenverlusten kündigt die Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) einen harten Sparkurs an. Bis 2017 will der Verlag jährlich rund 20 Millionen Euro einsparen. Am Dienstag ist die Belegschaft über den Sparkurs informiert worden.

Faz spart hart

In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen 160 Stellen im Verlag und 40 Stellen in der Redaktion abgebaut werden. Die Geschäftsleitung schließt auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus, allerdings nur im Verlag. In der Redaktion soll der Stellenabbau laut Thomas Lindner, Vorsitzender der FAZ-Geschäftsführung, „über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und sozialverträgliche Regelungen erfolgen“. Den Stellenabbau begründet Lindner so: „Auch die FAZ wird den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Tribut zollen. Wir müssen unsere Strukturkosten der veränderten Erlössituation anpassen, denn wir wollen die FAZ in den kommenden Jahren in eine nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit führen. Wir brauchen Bewegungsspielraum zur Entwicklung neuer Produkte und Angebote und damit auch für die Zukunftsstrategie unseres Hauses.“

2012 hatte die FAZ bereits einen Verlust von 4,3 Millionen Euro eingefahren, 2013 war der Fehlbetrag laut Geschäftsleitung noch höher.

Bei den Blättern FAZ, FAZ am Sonntag und dem Online-medium faz.net arbeiten laut dem Branchendienst kress report rund 400 festangestellte Redaktionsmitglieder. Insgesamt arbeiten bei Verlag und in den Redaktionen rund 900 Beschäftigte. 2012 hatte die FAZ bereits einen Verlust von 4,3 Millionen Euro eingefahren, 2013 war der Fehlbetrag laut Geschäftsleitung noch höher.

Die andere große Frankfurter Zeitung, die Frankfurter Rundschau, hat die Runderneuerung samt Pleite bereits hinter sich. Am 13. November 2012 waren die FR-Geschäftsführer den Gang zum Amtsgericht angetreten und hatten Insolvenz angemeldet. Im März 2013 übernahmen die Unternehmen Frankfurter Societät und und FAZ das marode Blatt und führen es seither in der neugegründeten „Frankfurter Rundschau GmbH“ weiter. Allerdings verloren zuvor die meisten der am Ende noch 500 Mitarbeiter ihren Job. Nur wenige Redakteure wurden übernommen. Die meisten Redaktionsmitarbeiter sind beim Pressedienst Funk (PDF) beschäftigt und werden weit unter Tarif bezahlt. PDF beliefert die Frankfurter Rundschau mit Texten, produziert aber auch komplette Seiten für die Lokalausgaben.

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