{"id":1280,"date":"2014-09-16T12:35:15","date_gmt":"2014-09-16T10:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1280"},"modified":"2014-09-16T13:19:23","modified_gmt":"2014-09-16T11:19:23","slug":"schaefer-im-oeffentlichen-dienst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1280","title":{"rendered":"Sch\u00e4fer im \u00f6ffentlichen Dienst"},"content":{"rendered":"<h2>Ralf Meisezahl, Stadtsch\u00e4fer von Hungen<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-1284\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl.jpg?resize=252%2C333\" alt=\"Meisezahl\" width=\"252\" height=\"333\" \/><\/a><\/h2>\n<p><strong>Von Michael Schlag (Text, Film und Fotos)<\/strong><\/p>\n<p>Die Sch\u00e4ferei spielt in der Stadt Hungen von je her eine besondere Rolle. Alle zwei Jahre am letzten Augustwochenende ist Hungen Schauplatz des hessischen Sch\u00e4ferfestes, k\u00fcrzlich er\u00f6ffnete eine Schauk\u00e4serei, die auch regionalen Schafk\u00e4se produziert, die Schafbeweidung in den \u201eWetterauer Hutungen\u201c wird als Naturschutzprojekt von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rdert. Und als einzige Kommune in Hessen hat die Stadt Hungen mit Ralf Meisezahl bis heute einen Stadtsch\u00e4fer, der fest bei der Stadt angestellt ist. Michael Schlag hat ihn begleitet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Sch\u00e4fer im \u00f6ffentlichen Dienst<\/h2>\n<p>Ein klarer, sonniger Tag am \u201eBarbarasee\u201c bei Hungen-Bellersheim, auf den Uferwiesen grasen 600 Merino-Schafe mit ihren L\u00e4mmern. Die Herde bewegt sich rund um den See langsam vorw\u00e4rts, bis sie am Abend den vorbereiteten Nachtpferch erreicht hat. \u201eDenen geht es gut hier\u201c, sagt Stadtsch\u00e4fer Ralf Meisezahl, \u201efrische Luft, gutes Futter und Wasser haben sie auch genug.\u201c Die Hungener Schafherde indes geh\u00f6rt nicht der Stadt, sondern \u00f6rtlichen Landwirten, die ihre Tiere die ganze Weidesaison in die Obhut des Stadtsch\u00e4fers geben, der mit ihnen, wie seit Jahrhunderten \u00fcblich, \u00fcber die Weiden in der Gemarkung zieht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-1283\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"Meisezahl 6\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?resize=400%2C300 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?w=1168 1168w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Meisezahl-6.jpg?w=1752 1752w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>\u00a0Treibezeiten nach Fahrplan<\/h2>\n<p>Insgesamt stehen dem Stadtsch\u00e4fer 150 Hektar Gr\u00fcnland zur Verf\u00fcgung, verteilt auf viele kleine Fl\u00e4chen im Umkreis von etwa 15 Kilometern; das Umtreiben der Herde geh\u00f6rt alle paar Tage zum Gesch\u00e4ft. Vier oder f\u00fcnf Kilometer k\u00f6nnen es an einem Tag bis zur n\u00e4chsten Weide sein und \u201emanchmal ist es schwierig\u201c, sagt Meisezahl. Durch das Gebiet s\u00fcdlich von Gie\u00dfen f\u00fchren Bundes- und Landstra\u00dfen und wenn die Tagesstrecke \u00fcber eine Bahnlinie geht, das passiert drei bis vier Mal im Jahr, dann muss er sich mit den Treibezeiten nach dem Fahrplan richten. Abgesehen vom n\u00e4chtlichen Pferch sind Z\u00e4une in der Stadtsch\u00e4ferei die Ausnahme, \u201eich bin kein Zaunk\u00f6nig\u201c, sagt Meisezahl, \u201ees ist H\u00fctesch\u00e4ferei und das soll auch so bleiben\u201c. Denn H\u00fctesch\u00e4ferei, das ist es in Hungen seit mindestens 500 Jahren, die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung eines Stadtsch\u00e4fers findet sich in den Kirchenb\u00fcchern bereits im Jahr 1606. Eine fr\u00fche Beschreibung seiner Aufgaben gibt ein \u00fcberlieferter Vertrag aus dem Jahr 1857 mit dem damaligen Stadtsch\u00e4fer Johannes Sch\u00e4fer, wo es hei\u00dft: \u201eDer Sch\u00e4fer \u00fcbernimmt die hiesige Schafherde und verspricht, solche ordentlich zu h\u00fcten, so da\u00df keine Klage gegen ihn entstehen kann.\u201c Zu seinen Pflichten geh\u00f6rte damals \u201eauch des Nachts und bei Tag den Pferch nicht ohne Aufsicht zu lassen und jede Nacht dreimal fortzuschlagen,\u201c daf\u00fcr bekam er als Lohn \u201epro Nacht vier Kreuzer.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-1285\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"Naturschutzgebiet Am Wasserfall\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?resize=400%2C300 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?w=1168 1168w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Naturschutzgebiet-Am-Wasserfall.jpg?w=1752 1752w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Stadtsch\u00e4fer wurde ansonsten in Naturalien und Deputat bezahlt, auch das legt der Vertrag Mitte des 19. Jahrhunderts genau fest: \u201e20 Malter Brodfrucht halb Korn und halb Gerste, 10 Mesten Waitzen und 10 Mesten Schotenfrucht, halb Erbsen und halb Linsen\u201c, au\u00dferdem zur eigenen Bewirtschaftung \u201eeine Wiese in der Teufelswiese zum Nutzen von cirka \u00bc Morgen Land.\u201c Andere St\u00fccke Land wurden ihm zugewiesen, um dort das Winterfutter zu gewinnen. Das Recht, Schafe in die st\u00e4dtische Herde abzugeben, bema\u00df sich in jener Zeit nach dem Steueraufkommen: Auf je 50 Mark Grundsteuerkapital kam ein Schaf, f\u00fcr Ackerb\u00fcrger (die Bauern der Stadt) war der Tarif niedriger, sie durften schon bei einem Steueraufkommen von 25 bis 50 Mark ein Schaf in die Herde des Stadtsch\u00e4fers geben. Vor gut einem Jahrhundert brachte die Sch\u00e4ferei der Stadt Hungen auch Gewinn. Nach den Unterlagen im Hungener Stadtarchiv erzielte die Stadt f\u00fcr die Jahre 1894 \u2013 1905 Einnahmen von \u00fcber 13.000 Mark. Nach Ausgaben von 7.000 Mark blieb der Stadt aus ihrer Sch\u00e4ferei ein \u00dcberschuss von etwa 6.000 Mark. Damals geh\u00f6rten zu fast jeder Hofstelle auch einige Schafe und es bestand \u201eHutezwang\u201c. Die Schafhalter waren verpflichtet, ihre Schafe vom Stadtsch\u00e4fer auf die Weiden treiben zu lassen und daf\u00fcr einen festgesetzten Betrag zu entrichten. Diese Zeiten allerdings sind l\u00e4ngst vorbei, \u201emit der Sch\u00e4ferei kann man als Stadt kein Geld verdienen\u201c, sagt B\u00fcrgermeister Rainer Wengorsch, \u201ewir legen jedes Jahr einen gewissen Betrag drauf\u201c. Aber die Sch\u00e4ferei und die Bekanntheit Hungens als \u201eSch\u00e4ferstadt\u201c, das geh\u00f6rt im Rathaus heute zur St\u00e4dtewerbung und deshalb \u201esind wir froh um jedes Schaf, das bei uns in der Gemarkung weidet.\u201c<\/p>\n<h3>\u00a0&#8222;Ich wollte Sch\u00e4fer bleiben&#8220;<\/h3>\n<p>Ralf Meisezahl (43 J.) ist seit 23 Jahren Stadtsch\u00e4fer von Hungen. Geboren und aufgewachsen in Apolda machte er eine Sch\u00e4ferlehre in Th\u00fcringen und auf dem Hofgut Cavertitz in Sachsen, und arbeitete anschlie\u00dfend als angestellter Sch\u00e4fer. Dann kam die Wende und w\u00e4hrend es in der DDR f\u00fcr ein Schaf noch 300 Mark gegeben habe, musste der Sch\u00e4fer jetzt erfahren \u201eauf einmal war Alles nichts mehr wert\u201c. Mit dem Abwickeln der LPGs verloren auch die Sch\u00e4fer ihre Anstellung, aber f\u00fcr Meisezahl stand damals schon fest: \u201eIch hatte Sch\u00e4fer gelernt, und ich wollte Sch\u00e4fer bleiben.\u201c Alles Weitere entwickelte sich ganz schnell. Meisezahl ver\u00f6ffentlichte ein Stellengesuch in einer Fachzeitschrift &#8211; und es meldete sich die Stadt Hungen. So wurde er am 1. September 1991 &#8211; mit 21 Jahren &#8211; der neue Stadtsch\u00e4fer von Hungen und musste sich neu orientieren: \u201eIch war gro\u00dfe Fl\u00e4chen gew\u00f6hnt, Pferchhaltung kannte ich gar nicht.\u201c Damals hatten die Schafe der Hungener Herde noch 16 verschiedene Besitzer, heute sind es nur noch vier, einer davon ist der Stadtsch\u00e4fer selbst, der schon immer das Recht hatte, auch eigene Schafe in der Herde mitzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Gelegentlich aber geht es doch nicht ohne Z\u00e4une, in diesem Sommer etwa auf dem Weidest\u00fcck \u201eAm Wasserfall\u201c bei Rodheim, einem anderen Stadtteil von Hungen. Das Naturschutzgebiet bot nach Trockenheit nur karge Weiden, aber \u201esolange ich daneben stehe, fressen die nicht, sondern warten, dass wir auf eine bessere Weide ziehen.\u201c Und so spannen Meisezahl und sein Lehrling Benedikt Schwing (17 J.) einen Elektrozaun und lassen die Schafe allein, bis sie einsehen, dass auch der karge Magerrasen zu beweiden ist. Meisezahl bildet im Moment seinen zweiten Lehrling aus, die Ausbildung wird vom LIFE-Projekt der Europ\u00e4ischen Union finanziert, um die Landschaftspflege in den \u201eWetterauer Hutungen\u201c zu unterst\u00fctzen. Die Weide \u201eAm Wasserfall\u201c ist mit vier Hektar das gr\u00f6\u00dfte einzelne St\u00fcck der Stadtsch\u00e4ferei, aber es gebe auch St\u00fccke, die sind nur anderthalb Morgen gro\u00df, sagt Meisezahl, und \u201eteils so klein, dass sich nur ein Nachtpferch lohnt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-1282\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"Lamm und Mutterschaf\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?resize=400%2C300 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?w=1168 1168w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Lamm-und-Mutterschaf.jpg?w=1752 1752w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es ist aber ohnehin nicht das Gr\u00fcnland des Sommers, das die Schafe m\u00e4stet, sondern \u201efett werden sie erst im Herbst,\u201c wenn sie in dem Ackerbaugebiet nach der Getreideernte auf die Stoppel k\u00f6nnen. \u201eAb August bis Mitte Oktober habe ich genug Feldfutter\u201c, sagt der Stadtsch\u00e4fer, ein Problem aber sei die immer enger gewordene Zeit zwischen Ernte und nachfolgender Wintersaat. Die schlagkr\u00e4ftigen Maschinen im modernen Ackerbau haben f\u00fcr ihn n\u00e4mlich die Konsequenz: \u201eDas Zeitfenster f\u00fcr die Herbstweide wird immer kleiner,\u201c und Meisezahl w\u00fcnscht sich \u201edie Bauern m\u00fcssten es l\u00e4nger liegen lassen.\u201c Ganz anders als fr\u00fcher auch wird der D\u00fcngerwert der Schafweide heute \u201enicht weiter berechnet\u201c \u2013 vor hundert Jahren noch hatten die Besitzer von Ackerfl\u00e4chen, auf denen die Schafe weideten, daf\u00fcr pro Nacht ein Pferchgeld zu zahlen. Um Winterfutter f\u00fcr die Herde muss sich der Stadtsch\u00e4fer \u00fcbrigens nicht k\u00fcmmern, f\u00fcr die beteiligten Sch\u00e4fer gilt: \u201eJeder macht sein Winterfutter selber.\u201c Die Futterwirtschaft f\u00fcr seine eigenen 200 Schafe \u00fcbergibt Meisezahl an einen Lohnunternehmer, denn er findet \u201eein Sch\u00e4fer sitzt nicht ewig auf dem Traktor\u201c. Stroh f\u00fcr seinen Winterstall bekommt er von einem Ackerbauern im Tausch \u201eStroh gegen Mist\u201c. Sein Winterstall ist daf\u00fcr passend angelegt, man kann durchfahren und ihn mit dem Frontlader entmisten.<\/p>\n<p>Wenn die Weidefl\u00e4chen nicht gerade an einem der alten Braunkohleseen in der Gegend liegen, muss mit den Schafen auch immer ihre Wasserversorgung weiterziehen. \u201eWir fahren das ganze Jahr \u00fcber Wasser\u201c, sagt Meisezahl, seit Kurzem hat er ein 4000-Liter-Fass, dieser Vorrat reicht der Herde f\u00fcr einen ganzen Tag. Finanziert wurde das neue Fass ebenfalls \u00fcber das LIFE-Projekt \u201eWetterauer Hutungen\u201c, allerdings umgebaut nach Erfordernissen der H\u00fctesch\u00e4ferei. So lie\u00df Meisezahl eine gro\u00dfe Wanne montieren, in die schnell Wasser einflie\u00dfen kann, damit viele durstige Schafe nach einem Umtrieb zugleich trinken k\u00f6nnen. Und er empfiehlt, einen sogenannten C-Anschluss der Feuerwehr anzubringen, um das Fass an Hydranten schnell bef\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Der Stadtsch\u00e4fer kann n\u00e4mlich auf dem Weg zu einer neuen Weide das Wasserfass an den st\u00e4dtischen Hydranten bef\u00fcllen, die gibt es in jedem Dorf.<\/p>\n<h4><strong>Repr\u00e4sentant der Stadt<\/strong><\/h4>\n<p>Als Stadtsch\u00e4fer im \u00f6ffentlichen Dienst nimmt Ralf Meisezahl auch Repr\u00e4sentationspflichten f\u00fcr die Stadt Hungen wahr, die ja den Beinamen \u201eSch\u00e4ferstadt\u201c f\u00fchrt. Wenn er zum Beispiel einen Teil der Herde bei der Landesgartenschau in Gie\u00dfen zeigt, oder bei der kulinarischen Aktion \u201eLamm- und Landgenuss\u201c Besuchern die Sch\u00e4ferei n\u00e4her bringt. Nicht zu vergessen seine vornehmste Pflicht: Alle zwei Jahre am letzten Sonntag im August f\u00fchrt er beim hessischen Sch\u00e4ferfest die Hungener Schafherde durch die Stra\u00dfen der Stadt, es ist die Hauptattraktion des Festumzugs, der in diesem Jahr am 31. August stattfindet. \u00dcbrigens l\u00e4uft er mit der Herde stets am Ende des Festzugs, damit die anderen Teilnehmer nicht durch den unvermeidlichen Schafmist laufen m\u00fcssen. Nur in einem passt die Sch\u00e4ferei nicht so genau zum im \u00f6ffentlichen Dienst: Eigentlich h\u00e4tte der Stadtsch\u00e4fer in Hessen 39 Wochenstunden, aber dar\u00fcber zuckt Ralf Meisezahl nur die Schultern: \u201eDie habe ich immer donnerstags schon voll.\u201c<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Hungener Schafherde Festzug\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ENd-SyAp5FI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralf Meisezahl, Stadtsch\u00e4fer von Hungen Von Michael Schlag (Text, Film und Fotos) Die Sch\u00e4ferei spielt in der Stadt Hungen von je her eine besondere Rolle. 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