{"id":1248,"date":"2014-09-14T10:46:13","date_gmt":"2014-09-14T08:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1248"},"modified":"2014-09-14T10:46:13","modified_gmt":"2014-09-14T08:46:13","slug":"der-herr-der-pilze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1248","title":{"rendered":"Der Herr der Pilze"},"content":{"rendered":"<h2>Pilzf\u00fchrung mit Peter Gwiasda und einiges \u00fcber den Fliegenpilz<\/h2>\n<div id=\"attachment_1249\" style=\"width: 148px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1249\" class=\" wp-image-1249\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=138%2C181\" alt=\"Peter Gwiasda\" width=\"138\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=778%2C1024 778w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=227%2C300 227w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1249\" class=\"wp-caption-text\">Peter Gwiasda<\/p><\/div>\n<p><strong>Von Klaus Nissen, Anton J. Seib (Film) und Corinna Willf\u00fchr (Fliegenpilz)<\/strong><\/p>\n<p>Im Taunuswald sind Steinpilze momentan selten. Mit dem Pilzexperten Peter Gwiasda finden wir aber viele leckere Alternativen. Der Fliegenpilz geh\u00f6rt nicht dazu &#8211; ist aber dennoch hoch interessant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der Herr der Pilze<\/h2>\n<p>Im Hochtaunus ist es k\u00fchl, und es hat seit Tagen nicht geregnet. Kein guter Pilz-Tag, m\u00f6chte man meinen. Trotzdem gehen wir an diesem Septembermorgen in den Wald. In zwei Stunden finden wir gerade mal zwei Steinpilze. \u201eDie Zeit der Maronen und Steinpilze ist schon vorbei. In diesem Jahr w\u00e4chst alles viel fr\u00fcher und intensiver,\u201c sagt Peter Gwiasda gelassen.<\/p>\n<p>Der Pilzsachverst\u00e4ndige aus Wehrheim \u00e4rgert sich nicht. Denn Steinpilze und die noch besser schmeckenden Teufelsr\u00f6hrlinge hat er schon vor Wochen mit seiner Frau aus geheim gehaltenen Stellen im Wald geborgen. Au\u00dferdem finden wir an diesem k\u00fchlen Morgen jede Menge andere Speisepilze.<br \/>\nZum Beispiel Stockschw\u00e4mmchen. Dicht an dicht wachsen die nur etwa drei Zentimeter hohen Pilzchen auf abgestorbenen Fichtenst\u00fcmpfen. Auf einen Schlag kann man mit ihnen eine Mahlzeit f\u00fcr die ganze Familie ernten. Die Stockschw\u00e4mmchen haben braun- und ockerfarbene H\u00fctchen und eher dunkle d\u00fcnne St\u00e4ngel. Je \u00e4lter eine Kolonie ist, desto dunkelbrauner werden die H\u00fcte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Pilze\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YzWhCheLs4A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>\u201eMan sollte nur die jungen Stockschw\u00e4mme ernten\u201c, empfiehlt Peter Gwiasda. Und zeigt auf eine Nachbarkolonie, in der ganz \u00e4hnlich aussehende Mini-Pilze wachsen. Aber sie haben gelb leuchtende H\u00fcte: Es sind Schwefelk\u00f6pfchen. \u201eDie sind speibitter. Schaut Euch die Lamellen unter dem Hut an. Sie sind olivgr\u00fcn. Der Schwefelkopf hat einen Bruder mit rauchgrauen Lamellen. Der schmeckt wiederum ausgesprochen lecker!\u201c<br \/>\nDicht an dicht sind auch die ersten Hallimasch-Kolonien zu sehen.<br \/>\nDiese Speisepilze haben eine etwas rauere Haut. Die St\u00e4ngel gehen nahtlos in den Hut \u00fcber. \u201eHallimasch greift auch lebende B\u00e4ume an\u201c, sagt Peter Gwiasda. \u201eUnd im Dunkeln kannst Du die Pilzf\u00e4den leuchten sehen. Sie fluoreszieren.\u201c<br \/>\nDann die Parasole. Hochbeinig stehen sie unter den Fichten, breiten ihre graubraun geschuppten Schirme weit aus. Am Stamm auf halber H\u00f6he haben sie einen wei\u00dfen Kragen. Und manche Exemplare zeigen zarte orangefarbene Wunden, wenn man den Hut bricht. Das sind Safranschirmlinge. Die gr\u00f6\u00dferen Exemplare kann man panieren und wie ein Schnitzel braten.<\/p>\n<p>Prima gedeihen in diesem Waldst\u00fcck die Nebelkappen, auch Herbstblatt genannt.<\/p>\n<p>Sie haben hellgraue K\u00f6pfe, die in der Mitte etwas dunkler sind und wei\u00dfe St\u00e4ngel mit Lamellen. In Linien wachsen sie entlang ihrer unterirdischen Mycele, an manchen Stellen auch im Kreis. \u201eDie sind gut essbar\u201c, versichert Peter Gwiasda. \u201eAber manche Menschen vertragen sie trotzdem nicht. Man kann es nur ausprobieren.\u201c<\/p>\n<p>Die Fichtenreizker wachsen genau wie die Nebelkappen massenhaft im Wald<\/p>\n<div id=\"attachment_1252\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1252\" class=\"size-large wp-image-1252\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?resize=584%2C426\" alt=\"Fichtenreizker\" width=\"584\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?resize=1024%2C747 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?resize=300%2C218 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?resize=411%2C300 411w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?w=1168 1168w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Fichtenreizker1.gif?w=1752 1752w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1252\" class=\"wp-caption-text\">Fichtenreizker<\/p><\/div>\n<p>Unter Fichten stehen sie handtellergro\u00df in lockeren Gruppen, mit bl\u00e4ulichgr\u00fcnen H\u00fcten, die furchtbar giftig aus sehen. Im Zentrum leuchten diese Farben besonders intensiv. Die R\u00e4nder sind nach oben gereckt, die Lamellen wei\u00dflich. Wenn der Pilz verletzt wird, blutet er eine orangene Fl\u00fcssigkeit aus. Peter Gwiasda sammelt auch diesen Pilz ein. \u201eDu musst ihn nur stark erhitzen, damit die Bitterstoffe zerfallen. Dann kann man ihn gut essen.\u201c<\/p>\n<h2>Unter L\u00e4rchen leuchtet es g\u00fclden<\/h2>\n<p>Mit dem schon vollen Korb sind wir nach zwei Stunden wieder am Waldrand unter den hohen Eichen. Da leuchtet es golden aus dem trockenen Laub am Boden. \u201eDas ist ein Goldr\u00f6hrling. Hier muss irgendwo eine L\u00e4rche sein. Mit der lebt dieser Pilz in Symbiose\u201c, erz\u00e4hlt Peter Gwiasda. Und holt sich ein halbes Dutzend dieser leckeren Speisepilze in den Korb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1253\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Goldroehrling.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1253\" class=\"size-large wp-image-1253\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Goldroehrling.gif?resize=584%2C736\" alt=\"Goldr\u00f6hrling\" width=\"584\" height=\"736\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Goldroehrling.gif?resize=812%2C1024 812w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Goldroehrling.gif?resize=237%2C300 237w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Goldroehrling.gif?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1253\" class=\"wp-caption-text\">Goldr\u00f6hrling<\/p><\/div>\n<p>Auch zwei Hexeneier finden wir an diesem Tag. Sie liegen wie weiche wei\u00dfe Tennisb\u00e4lle auf dem Boden \u2013 ein Stiel ist nicht erkennbar. Gwiasda halbiert sie. Unter der Haut ist eine transparente Schicht schmierigen Gels. \u201eDas wird sp\u00e4ter, wenn der Phallus austreibt, bestialisch nach Aas stinken und die Insekten anlocken.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_1249\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1249\" class=\"size-large wp-image-1249\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=584%2C768\" alt=\"Peter Gwiasda mit  einem Hexenei\" width=\"584\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=778%2C1024 778w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?resize=227%2C300 227w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/pilze1.gif?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1249\" class=\"wp-caption-text\">Peter Gwiasda mit einem Hexenei<\/p><\/div>\n<p>Sp\u00e4ter, in der K\u00fcche, wird er die Haut und die Gallerte abstreifen und wegwerfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1255\" style=\"width: 130px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Heckenei-Querschnitt1.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1255\" class=\" wp-image-1255\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Heckenei-Querschnitt1.gif?resize=120%2C162\" alt=\"Querschnitt durchs Hexenei\" width=\"120\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Heckenei-Querschnitt1.gif?resize=758%2C1024 758w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Heckenei-Querschnitt1.gif?resize=222%2C300 222w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Heckenei-Querschnitt1.gif?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1255\" class=\"wp-caption-text\">Querschnitt durchs Hexenei<\/p><\/div>\n<p>Unter der Gallerte liegt eine ebenfalls sehr weiche gr\u00fcne Cremeschicht und darunter der feste wei\u00dfe Kern des k\u00fcnftigen Phallus. Er riecht leicht nach Rettich. \u201eDas Gr\u00fcne und den Kern schneidest Du am besten in Scheiben und br\u00e4tst ihn zehn Minuten lang in Butter. Das ist eine Delikatesse!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>==========================================================<\/p>\n<h2>Der Fliegenpilz &#8211; giftig aber beliebt<\/h2>\n<div id=\"attachment_1256\" style=\"width: 413px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gluecksbringer_Pilz.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1256\" class=\"wp-image-1256 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Gluecksbringer_Pilz.gif?resize=403%2C469\" alt=\"Gl\u00fccksbringer Fliegenpilz\" width=\"403\" height=\"469\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1256\" class=\"wp-caption-text\">Gl\u00fccksbringer Fliegenpilz<\/p><\/div>\n<p>Ein Discounter verspricht: In nur vier Tagen ist die Fototapete \u201eIt\u2019s magic\u201c lieferbar. Ein Blickfang f\u00fcr Wohn-, Arbeits-, Schlaf- und Kinderzimmer. 100 mal 210 Zentimeter gro\u00df. Mit einem Motiv, das zu Wald, Traum und M\u00e4rchen passt. F\u00fcnfstellig verstellbar ist das Greifger\u00e4t eines Anbieters f\u00fcr Kinderspielsachen, das ebenso wie ein \u201eniedliches Nachtlicht\u201c oder der vierfarbige Einband eines Notizheftes den gleichen Namen tr\u00e4gt wie die Fototapete \u201e Fliegenpilz\u201c \u2013 und in der j\u00fcngsten Produktion des Musicals \u201eH\u00e4nsel und Gretel\u201c in der Jungen Oper Bad Homburg geh\u00f6rt der Waldbewohner zur Kulisse im neu adaptierten M\u00e4rchenstoff der Gebr\u00fcder Grimm.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit, also in der Natur, ist der Amanita muscaria, so der botanische Name des Fliegenpilzes, maximal bis 20 Zentimeter gro\u00df. Von Juli bis Oktober w\u00e4chst er in Nadel- und Laubw\u00e4ldern, besonders unter Fichten, Kiefern und Birken. Unverkennbar ist sein Hut, meist von einem leuchtenden Rot mit kr\u00e4ftig wei\u00dfen Schuppen auf der \u00e4u\u00dferen Haut, die wie Flocken aussehen. Wer ihn \u2013 anders als im Kindertheater oder auf Gl\u00fcckwunschkarten zu Neujahr &#8211; also in Naturf\u00fchrern oder Lexika zur Pilzkunde entdeckt \u2013 begegnet dem Mitglied der Familie der Wulstlingsverwandten oft mit einem Totenkopf-Symbol. Denn der Fliegenpilz gilt als Inbegriff eines giftigen Gew\u00e4chses.<\/p>\n<p>Der Grund: Insbesondere im gelben Fleisch unter der Huthaut finden sich hohe Konzentrationen von Ibotens\u00e4ure. Beim Verzehr des Amanita musaria k\u00f6nnen Symptome eines Rausches auftreten: Orts- und Zeitgef\u00fchl sind getr\u00fcbt, ebenso die Wahrnehmung der Realit\u00e4t. Der Verzehr kann zu \u00dcbelkeit und Erbrechen f\u00fchren. \u201eDiese beschriebenen Symptome decken sich weitgehend mit denen, die nach der Einnahme von Muscimol auftreten, dem Hauptwirkstoff des Fliegenpilzes, der w\u00e4hrend der Trocknung des Pilzes aus Ibotens\u00e4ure entsteht\u201c, ist dazu in der Online-Enzyklop\u00e4die Wikipedia zu lesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Christian R\u00e4tsch, den Ethnopharmakologen, Spezialisten f\u00fcr Heilpflanzen und Experten f\u00fcr Drogen aller Art, ist der Fliegenpilz die \u201ebeste psychoaktive Substanz\u201c. In einem Interview mit der Zeitschrift \u201eWald\u201c vom Januar dieses Jahres sagt er zur Wirkung von Fliegenpilz,Tollkirsche und Bilsenkraut. \u201eDie sind alle gut, aber welche davon die beste ist, l\u00e4sst sich nicht beantworten. \u2026Die Wirkung ist nicht nur in der Menge der Pflanzensubstanz begr\u00fcndet, sondern auch im k\u00f6rperlichen und seelischen Zustand desjenigen, der sie aufnimmt.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn es bislang keinen einzigen Todesfall gibt, der sich ausschlie\u00dflich auf den Verzehr von Fliegenpilzen zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst, von seiner Verarbeitung und seinem Genuss ist abzuraten \u2013 selbst wenn er bis zu zw\u00f6lf Stunden abgekocht wurde. Denn: \u201eDie verbreitete Meinung, der Fliegenpilz sei nach Wegsch\u00fctten des Kochwassers, entgiftet, ist falsch! Sein Verzehr erzeugt zun\u00e4chst Rauschzust\u00e4nde, \u00dcbelkeit, sp\u00e4ter Sehst\u00f6rungen, Atemnot und Tobsuchtsanf\u00e4lle\u201c res\u00fcmieren Renate und Fridhelm Volk in ihrem Buch \u201ePilze bestimmen und zubereiten\u201c.<\/p>\n<p>Um ihn faszinierend zu finden, muss man den Amanita muscaria ja auch nicht essen: Sondern seinen Anblick bei einem Waldspaziergang vielmehr genie\u00dfen, insbesondere, wenn man einen sogenannten Hexenring erblicken kann, der entsteht, wenn der Fliegenpilz sein Myzell kreisrund verbreiten konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pilzf\u00fchrung mit Peter Gwiasda und einiges \u00fcber den Fliegenpilz Von Klaus Nissen, Anton J. Seib (Film) und Corinna Willf\u00fchr (Fliegenpilz) Im Taunuswald sind Steinpilze momentan selten. Mit dem Pilzexperten Peter Gwiasda finden wir aber viele leckere Alternativen. 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