{"id":1028,"date":"2014-06-05T11:13:04","date_gmt":"2014-06-05T09:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1028"},"modified":"2014-06-24T20:59:14","modified_gmt":"2014-06-24T18:59:14","slug":"muehlentag-wetterau-und-taunus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wetterauer-landbote.de\/?p=1028","title":{"rendered":"M\u00fchlentag in Wetterau und Taunus"},"content":{"rendered":"<h1>Der Ausflugstipp zu Pfingsten <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/schwalheimerrad.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1029 \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wetterauer-landbote.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/schwalheimerrad.jpg?resize=331%2C243\" alt=\"schwalheimerrad\" width=\"331\" height=\"243\" \/><\/a><\/h1>\n<p><strong>Von Corinna Willf\u00fchr<\/strong><\/p>\n<p>Wasser und Wind trieben sie an. Sie produzierten Getreide, \u00d6l, Papier und waren Inspiration f\u00fcr Dichter und Ingenieure. Seit rund 2500 Jahren nutzt der Mensch M\u00fchlen als Kraftmaschinen \u2013 und seit 1994 stehen sie immer an Pfingsten im Mittelpunkt des Deutschen M\u00fchlentags. In diesem Jahr am Montag, 9. Juni &#8211; auch in der Wetterau und im Taunus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>M\u00fchlentag in Wetterau und Taunus<\/h2>\n<h3>M\u00fchlenmodellmuseum<\/h3>\n<p>Wir fangen klein an \u2013 und doch ganz gro\u00df: im Ranst\u00e4dter Ortsteil Dauernheim. Denn dort in der Weidgasse 12 gibt es seit Mai vergangenen Jahres das M\u00fchlenmodellmuseum. Unter dem Titel \u201eGegenwart kann auf das Wissen der Vergangenheit nicht verzichten\u201c zeigt die Ausstellung mehr als 40 M\u00fchlen im Miniatur-Format. Unz\u00e4hlige Stunden verbrachten Robert Adam und Hans Zaminer, die als die \u201eV\u00e4ter des M\u00fchlenmodellmuseums\u201c gelten, mit ihren Mitstreitern, um aus Sperrholz und Pressspan, Gips und Styropor, Gewindest\u00e4ben und Kugellager originalgetreue Abbilder von M\u00fchlen (nicht nur) aus der Region zu bauen. Zehn Jahre lang haben Adam und Zaminer M\u00fchlenstandorte im Einzugsgebiet der Nidda besucht und analysiert. Eine wahre Flei\u00dfarbeit, von der das von ihnen erstellte M\u00fchlenkataster zeugt. Circa 500 M\u00fchlenstandorte mit rund drei Dutzend verschiedenen Nutzungen \u2013 von der \u00d6lm\u00fchle bis zum S\u00e4gewerk &#8211; in der Wetterau kann der Museumsbesucher auf einer Wandkarte entdecken. Wind und Wasser ben\u00f6tigen die M\u00fchlenfreunde aus Dauernheim nicht, um ihre Wasserr\u00e4der oder Windm\u00fchlenfl\u00fcgel in Bewegung zu setzen. Die meisten Modelle funktionieren auf Knopfdruck \u2013 mit Strom aus der Steckdose. \u00dcbrigens nicht zur am Deutschen M\u00fchlentag, sondern zwischen April und November auch an jedem ersten Sonntag im Monat von 13 bis 16 Uhr.<\/p>\n<h3>Windm\u00fchlenturm im Gradierwerk<\/h3>\n<p>Von Dauernheim nach Bad Nauheim: Auch wenn der Turm am Gradierwerk der \u201eLangen Wand\u201c von weit her zu sehen ist, dass es sich um einen Windm\u00fchlenturm handelt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Denn dem imposanten Bauwerk fehlen die Fl\u00fcgel. Sie wurden w\u00e4hrend eines Orkans im Herbst 1824 zerst\u00f6rt. Da war das Geb\u00e4ude 77 Jahre alt. Erbaut wurde der heute mehr als 26 Meter hohe Turm aus dem Taunusquarzit der Steinbr\u00fcche am Johannisberg. Vor dem Sturm war seine drehbare Dachkuppel mit Holzschindeln gedeckt, heute endet er in einem Fachwerkbau mit Schieferdach. Der Windm\u00fchlenturm geh\u00f6rte ebenso wie der Waitzsche Turm im Kurpark zu den Industrieanlagen einer der gr\u00f6\u00dften Siedesalinen Europas. Ihre Aufgabe: Energie zu liefern, mit der die Sole auf die 3700 Meter langen Gradierbauten gepumpt werden konnte. Zwanzig Meter betrug die Spannweite der Fl\u00fcgel aus Segeltuch. Leider sind diese auch am Waitzschen Turm, benannt nach seinem Erbauer, dem Obersalzgr\u00e4fe Jakob Sigismund Waitz von Eschen, nicht mehr vorhanden. Wegen der zu hohen Reparaturkosten wurden die Segel 1826 abmontiert. Dass zumindest der Windm\u00fchlenturm an der Langen Wand wieder Fl\u00fcgel bekommt, ist das Ansinnen des Vereins Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim. \u00dcber die geplante Rekonstruktion, aber auch \u00fcber die Geschichte der beiden hessischen Kulturdenkm\u00e4ler, informieren Mitglieder des Vereins am Montag (8 bis 17 Uhr) am Windm\u00fchlenturm (Gradierwerk 8).<br \/>\nZu den Solef\u00f6rderanlagen in Bad Nauheim geh\u00f6rte auch das Schwalheimer Rad mit seinem 900 Meter langen Feldgest\u00e4nge. In seiner Art einzigartig. Das Wasserrad und 170 Meter des Gest\u00e4nges sowie die vier Pumpen sind noch in Fragmenten vorhanden. Ebenso der Pumpenturm, der ehemals eine Windkraftanlage trug. Zum M\u00fchlentag gibt es F\u00fchrungen am neu errichteten Rad.<\/p>\n<h3>Drei M\u00fchlen &#8211; drei Jahrunderte<\/h3>\n<p>Im benachbarten Hochtaunuskreis setzt erstmals in diesem Jahr das Museumstheater im Hessenpark die Geschichte der M\u00fchlen in Szene. Unter dem Titel \u201eDrei M\u00fchlen \u2013 drei Jahrhunderte\u201c nimmt das Ensemble die Besucher des am Pfingstsonntag und Pfingstmontag jeweils von 11 bis 17 Uhr mit auf eine Zeitreise. Ihre Stationen: die Kappenwindm\u00fchle aus Borsfleth, der Auhammer aus Battenberg und die Bockwindm\u00fchle aus Pappenhorst \u2013 allesamt auf dem Areal des Freilichtmuseums in Neu-Anspach.<\/p>\n<h3>Kappenwindm\u00fchle aus Borsfleth<\/h3>\n<p>Zur\u00fcck in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die Zeit zwischen Inflation und Wirtschaftskrise, geht es an der Kappenwindm\u00fchle aus Borsfleth. Eine M\u00fchle, wie man sie sich vorstellt, mit einer Kappe und Fl\u00fcgeln, die in den Wind gedreht werden k\u00f6nnen. Erbaut wurde sie 1822 am Kempaudeich, wieder errichtet 1985\/86 im Hessenpark. Bis 1958 war der \u201eAuhammer\u201c in Battenberg mit seinem oberschl\u00e4chtigen Wasserrad an der Eder in Betrieb. An der Rekonstruktion der Hammerwerksschmiede erinnern die Schauspieler an die unruhigen Zeiten des Vorm\u00e4rz in Hessen im Jahr 1834. Die Sorgen und N\u00f6te der Bauern am Ende des 18. Jahrhunderts f\u00fchren sie ihrem Publikum an der Bockwindm\u00fchle aus Papenhorst vor Augen. \u201eDer M\u00fchlenzwang und die b\u00fcrokratische M\u00fchlenordnung an einer hochherrschaftlichen M\u00fchle f\u00fchren in dieser Epoche zu Missgunst und Betr\u00fcgereien zwischen den Bauern und dem M\u00fcller\u201c, hei\u00dft es in der Ank\u00fcndigung.<\/p>\n<h3>Von der Hohemark bis zur Herrenm\u00fchle<\/h3>\n<p>Gut zu Fu\u00df sollte sein, wer sich mit dem Verein f\u00fcr Geschichte und Heimatkunde Oberursel auf den Weg \u201eVon der Hohe Mark bis zur Herrenm\u00fchle\u201c macht. Circa drei Stunden dauert die gef\u00fchrte Wanderung \u00fcber den M\u00fchlenwanderweg Oberursel. Sie beginnt um 14 Uhr an der Endstation der U3 Hohe Mark. Weniger anstrengend, aber ebenso informativ ist der Rundgang zu den M\u00fchlen im Stadtgebiet der Taunuskommune. Er beginnt ebenfalls um 14 Uhr am Parkplatz Bleiche 2 und endet in der M\u00fchlenabteilung des Vortaunusmuseums. \u201eSchon im Mittelalter spielten M\u00fchlen in Oberursel eine wichtige Rolle\u201c, l\u00e4sst der Verein wissen. \u201eSie unterst\u00fctzten die Stadtwerdung und pr\u00e4gten das heutige Aussehen der Stadt ma\u00dfgeblich.\u201c Allein schon durch ihre stattliche Anzahl: Insgesamt 42 M\u00fchlen gab es einst l\u00e4ngs des Urselbachs.<br \/>\nWie die R\u00f6mer mit einer Handdrehm\u00fchle aus Korn Mehl herstellten, kann man im Arch\u00e4ologischen Park Saalburg selbst ausprobieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen zum Deutschen M\u00fchlentag in dem R\u00f6merkastell steht allerdings die gro\u00dfe Getreidem\u00fchle. Die Rekonstruktion einer r\u00f6mischen G\u00f6pelm\u00fchle nach einem Fund aus dem Kastell Zugmantel funktioniert n\u00e4mlich. Nur wie? Das erkl\u00e4ren Experten den Besuchern um 11, 13 und 15 Uhr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausflugstipp zu Pfingsten Von Corinna Willf\u00fchr Wasser und Wind trieben sie an. Sie produzierten Getreide, \u00d6l, Papier und waren Inspiration f\u00fcr Dichter und Ingenieure. 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